Relaunch-Checkliste: Neue Website, ohne Sichtbarkeit zu verlieren
6 Min. Lesezeit
Der teuerste Fehler beim Relaunch sind vergessene Weiterleitungen. So gehst du strukturiert vor.
Kurz beantwortet
Ein Relaunch verliert Rankings vor allem durch fehlende 301-Weiterleitungen, gelöschte Inhalte und geänderte URLs ohne Plan. Wer vorher alle URLs erfasst, jede alte Adresse auf ein passendes neues Ziel weiterleitet, Texte übernimmt statt zu kürzen und nach dem Livegang kontrolliert, behält seine Sichtbarkeit.
Vor dem Relaunch: Bestand aufnehmen
Bevor irgendetwas gebaut wird, brauchst du eine Liste aller bestehenden URLs mit ihren Zugriffen und Rankings. Ohne diese Liste kannst du hinterher nicht prüfen, was verloren gegangen ist.
- Alle URLs exportieren (Sitemap, Search Console, Analytics).
- Seiten mit Traffic und Rankings markieren – die sind unantastbar.
- Bestehende Titel und Beschreibungen sichern.
- Screenshot-Stand der wichtigsten Seiten anlegen.
URL-Struktur festlegen
Am sichersten ist es, bestehende URLs beizubehalten. Wenn sich Struktur ändern muss, dann bewusst und einmalig – mit einer vollständigen Zuordnung alt zu neu.
Sprechende, kurze URLs ohne Parameter und ohne Datum sind langfristig am robustesten.
301-Weiterleitungen aufsetzen
Jede alte URL braucht ein Ziel, das inhaltlich passt. Alles pauschal auf die Startseite zu leiten ist der klassische Fehler und kostet Rankings.
- 301 (dauerhaft), nicht 302 verwenden.
- Keine Weiterleitungsketten – direkt auf das Endziel.
- Auch Bild- und PDF-URLs berücksichtigen, wenn sie verlinkt sind.
Inhalte übernehmen statt zusammenstreichen
Neue Websites sind oft optisch besser und inhaltlich dünner. Genau das kostet Sichtbarkeit. Textmenge ist kein Selbstzweck, aber Themen, die vorher gerankt haben, müssen weiterhin abgedeckt sein.
Technik vor dem Livegang prüfen
- Canonical-Tags zeigen auf die jeweilige Seite selbst.
- Kein versehentliches noindex aus der Testphase.
- robots.txt erlaubt Crawling, Sitemap ist aktuell.
- Ladezeit mobil geprüft, Bilder komprimiert.
- Formulare getestet – inklusive Empfang der E-Mails.
Nach dem Livegang: zwei Wochen beobachten
Der Relaunch endet nicht am Launch-Tag. In den ersten Tagen zeigen sich Crawling-Fehler, in den ersten Wochen Ranking-Verschiebungen.
- Search Console auf 404-Fehler prüfen.
- Neue Sitemap einreichen.
- Wichtigste Suchbegriffe manuell kontrollieren.
- Anfragen zählen – die echte Erfolgsmessung.
Häufige Fragen
Wie lange dauert ein Rankingverlust nach dem Relaunch?
Kleine Schwankungen über zwei bis vier Wochen sind normal. Bleibt der Einbruch länger, liegt es fast immer an Weiterleitungen, verlorenen Inhalten oder einem technischen Fehler.
Kann ich die Domain gleichzeitig wechseln?
Möglich, aber riskant. Besser ist es, Relaunch und Domainumzug zeitlich zu trennen, damit du Ursachen bei Problemen eindeutig zuordnen kannst.
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